Ein Lebenszeichen

Ich weiß, es ist schon eine Weile her, seit ich zuletzt einen Beitrag auf meinem Blog veröffentlicht habe. Ich habe zwar ein paar Ideen, worüber ich schreiben könnte, und ich will auch noch darüber berichten, was hier in den letzten Wochen so passiert ist. Dass ich hier nicht aktiv war, liegt vor allem daran, dass ich momentan einfach viel anderes im Kopf habe – Unibewerbungen und alles was dazu gehört, aber vor allem, dass meine Arbeitszeit ihrem Ende immer näherrückt. Es sind tatsächlich nur noch zwei Wochen, in denen ich in meinem Haus arbeiten werde, bevor meine Ferien beginnen. Danach bleibe ich zwar noch einen Monat lang in Finnland, aber der Abschied von meiner Arbeit und den Jugendlichen – und damit auch von meinem Alltag – ist ja schon sehr bald.

Es tut mir Leid, dass ich länger Nichts geschrieben habe, aber ich hoffe, ihr versteht, dass ich mich im Moment möglichst auf meine verbliebene Zeit in Finnland konzentrieren will. Ich werde mich aber bemühen, Beiträge für die Erlebnisse der letzten Wochen nachzuholen, also schaut ab und zu mal nach, ob es etwas Neues gibt 🙂

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Frühlingserwachen

Dass die Tage länger werden, merkt man hier mittlerweile deutlich, und nach dem Winter ist das für’s erste auch eine sehr willkommene Abwechslung. Der Schnee gehört inzwischen auch größtenteils der Erinnerung an, denn die letzten zwei Wochen haben uns recht angenehme Temperaturen von bis zu 10°C beschert und auch ein paar Tage Sonnenschein. Mir ist noch nie so viel wie hier aufgefallen, wie sehr sich das Wetter auf die Laune auswirkt. An sonnigen Tagen bin ich meistens voller Energie und Tatendrang, während ich lieber den ganzen Tag auf dem Sofa rumhänge, wenn es mal wieder wolkig ist. Aber zum Glück ist das schöne Wetter momentan gar nicht mal so selten, und wenn wir an solchen Tagen die Zeit haben, nehmen wir Gartenstühle und genießen draußen auf der Wiese die Sonne.

In letzter Zeit ist hier nicht so viel Neues passiert, deshalb schreibe ich auch erst jetzt einen neuen Blogeintrag. Ende Februar bin ich für zehn Tage nach Deutschland geflogen, was im übrigen eine sehr schöne Zeit war. Und meine Bedenken, es könnte mir vielleicht schwer fallen, danach nach Finnland zurückzukommen, haben sich zum Glück als unbegründet herausgestellt. Direkt danach hatte ich außerdem eine Woche lang Besuch, was auch sehr schön war. Wobei es sich als kleine Herausforderung dargestellt hat, beschäftigt zu bleiben, weil Lahti nun mal nicht die schönste Stadt für Besichtigungen  und meine Freizeit auch nicht sonderlich aufregend ist. Aber wir haben letztlich genug zu tun und zu sehen gefunden und konnten die Zeit gut nutzen.

Zu erwähnen ist vielleicht noch das Osterfest, zu dem wir Freiwilligen einen Großteil des Büffets am Ostersonntag gestaltet haben. Im Vorhinein hatten wir schon viel Zeit damit verbracht, Ostereier zu färben und zu bemalen, so dass wir am Vortag schon den Raum schmücken und die Tische decken konnten. Außerdem musste natürlich einiges an Essen vorbereitet werden, so dass es letztendlich sogar zur Herausforderung wurde, alle Teller und Schüsseln auf dem Büffet unterzubringen. Aber der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn für uns Freiwillige der Morgen und frühe Mittag nicht so gemütlich war. Die Stimmung war schön und das Essen war auch toll. Sehr viel Zeit zum Essen hatten wir dann allerdings auch nicht, wir sollten nämlich auch die Ostereiersuche ein bisschen leiten, damit alles gefunden wird. Hinterher ging’s gleich mit dem Abwasch weiter, aber durch unser Mitarbeitercafé sind wir darin inzwischen ein eingespieltes Team und es ging deutlich schneller als befürchtet. Und als der Teil des Tages geschafft war, konnten wir auch ganz in Ruhe die Sonne genießen 🙂

Ansonsten sind es eher die kleinen Dinge, die mir im Moment auffallen oder die sich hier ändern. Seit der Schnee größtenteils getaut ist, gehe ich auch wieder joggen. In Deutschland hätte ich das wahrscheinlich nie freiwillig gemacht, aber hier siegt dann doch der Bewegungsdrang und außerdem kostet joggen gehen außer ein bisschen Anstrengung nichts. Generell eröffnet das momentane Wetter wieder einige Möglichkeiten, auch bei der Arbeit gehen wir wieder mehr mit den Bewohnern raus, was mir auch viel besser gefällt, als sich die ganze Zeit im Haus zu beschäftigen.

Im Moment kann ich die Zeit hier wirklich sehr genießen, wobei die Abreise mittlerweile immer näher rückt und sich die Gedanken auch häufig darum drehen, dass ich ’nur noch‘ 3.5 Monate hier sein werde. Aber davon abgesehen bin ich zurzeit sehr glücklich hier und denke, dass auch die letzen Wochen hier mit Sicherheit noch einige Höhepunkte bieten werden 🙂

Lichtblicke

tumblr_o2oy6p2s141usvdgyo1_1280Ein halbes Jahr lang bin ich mittlerweile schon in Finnland und ich kann immer noch nicht so ganz realisieren, dass jetzt mehr Zeit meines Aufenthaltes hinter mir liegt als vor mir. Einerseits habe ich mich in meinem Umfeld inzwischen sehr gut eingelebt, andererseits gibt es aber auch noch Vieles, was ich gerne noch lernen, sehen und erleben würde. Das fängt bei der Sprache an: es fällt mir immer noch sehr schwer, im Alltag wirklich Finnisch zu verwenden, auch wenn ich theoretisch ganz gute Grundkenntnisse habe. Und dann gibt es natürlich auch noch Orte, die ich gerne noch besuchen würde, wenn Zeit und Finanzen es zulassen.

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Im letzten Eintrag habe ich mich über’s Wetter beschwert, aber wenn ich momentan nach draußen schaue, liegt recht viel Schnee und da bin ich sehr froh drum. Die Tage erscheinen dann zumindest heller und die Landschaft sieht nicht so deprimierend grau-braun aus. Dass die Tage länger werden, merkt man auch deutlich, wobei es nochmal ein Unterschied ist, ob es später ganz dunkel wird oder ob man die Sonne tatsächlich zu Gesicht bekommt. In letzter Zeit ist es nämlich wieder häufig bewölkt. Davon abgesehen ist der Schnee auch kein Dauerzustand, die Temperatur schwankt zwischen Plus- und Minusbereich, so dass es manchmal ein paar Tage lang taut und die Wege gefährlich glatt werden, aber nach einer Weile dann doch wieder Schnee fällt.
Einen sehr schönen Moment habe ich gestern früh erlebt, als ich morgens um sieben zur Arbeit gelaufen bin und es hinter den Häusern bereits gedämmert hat, die letzten Wochen war es um diese Uhrzeit ja noch dunkel.

Der Arbeitsalltag läuft im Moment ganz normal vor sich hin und ist mal mehr, mal weniger aufregend. Aber ab und zu planen wir Freiwilligen auch kleine Aktionen, um ein wenig ‚frischen Wind‘ reinzubringen (auch wenn die Anregung nicht immer von uns selbst kommen). Wir veranstalten immer mal wieder Diskos für die Bewohner, bei denen unser größtes Problem regelmäßig die Musikauswahl ist. Aber bisher haben wir jedes Mal eine Lösung gefunden und die Kinder und Jugendlichen hatten viel Spaß, und das ist schließlich die Hauptsache.

Von Karneval war hier in Finnland wenig mitzukriegen, das ist hier einfach keine Tradition wie in Deutschland. Trotzdem fand in Sylvia-koti am Veilchendienstag in der Schule eine kleine Karnevalsfeier statt und wir Freiwilligen wollten auch ein bisschen aktiv werden. Und so sind wir der Anregung von Workern gefolgt und haben in den Häusern ein paar Streiche gespielt. Wir haben uns also (selbstverständlich dunkel gekleidet) Nachts um halb drei fertig gemacht, um eine Runde durch Sylvia-koti zu drehen. Die nächsten zwei Stunden haben wir  damit verbracht, durch die Häuser zu schleichen und in Fluren, Wohnzimmern und Küchen Chaos zu stiften. Tische wurden umgedreht, das Kücheninventar umsortiert und hier und da neue ‚Deko‘ angebracht. Unser Weihnachtsbaum hat zu dieser Gelegenheit also auch noch eine gute Verwendung gefunden.

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Am nächsten Morgen waren wir zwar recht übermüdet, dafür war die Überraschung ziemlich gelungen. Wobei die Begeisterung der Jugendlichen ziemlich variiert hat 😉 Ein Junge in meinem Haus fand das Chaos total lustig und hat dann vorgeschlagen, wir sollten die Polizei rufen. Eine Bewohnerin aus einem anderen Haus, der ich auf dem Weg in die Mensa begegnet bin, hat sich dagegen bei mir beschwert, das sei alles gar nicht lustig und nett gewesen, warum wir sowas gemacht hätten. Aber die Meisten hatten doch Spaß an der Sache und auch für uns ist es schön gewesen, mal nicht nur den ganz normalen Alltag zu haben.

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Im Wintersport versuchen wir uns auch noch, neulich haben wir uns Skier geliehen und sind ins ‚Sportzentrum‘ von Lahti gefahren, wo es Strecken zum Langlaufskifahren gibt. Zuerst einmal mussten wir allerdings feststellen, dass Langlauf gar nicht so einfach ist, wie es aussieht … Während wir also Runde für Runde um den Platz gefahren sind, um ein Gefühl dafür zu bekommen, sind etliche Finnen an uns vorbeigeflitzt. Auch wenn die Erfahrung toll war, ist mein Fazit, dass Langlaufskifahren nicht wirklich mein Ding ist.

Ansonsten gibt es im Moment wenig Neues zu berichten, alles geht so seinen Gang und die Zeit vergeht schneller als gedacht. Ein paar von uns Freiwilligen haben ihre Rückflüge im Sommer schon gebucht, ich überlege noch, wann wohl der beste Zeitpunkt für die Heimreise ist. Eigentlich will ich ja noch gar nicht so gerne darüber nachdenken, aber früher oder später muss ich schließlich eine Entscheidung treffen.

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Wintertage

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Nachdem wir lange auf einen wirklich ‚finnischen‘ Winter gewartet haben, hat das neue Jahr kalte Temperaturen und viel Schnee gebracht. Dank des Schnees sind die relativ kurzen Tage zumindest etwas heller und ohnehin werden die Tage ja mittlerweile wieder länger, wofür ich nicht undankbar bin. An die viele Dunkelheit habe ich mich zwar inzwischen weitgehend gewöhnt, aber gegen mehr Sonne habe ich definitiv nichts einzuwenden.

Die letzten paar Wochen über war es hier in meinem Blog ziemlich still – vor Weihnachten war einfach recht viel zu tun und hinterher hatte ich einerseits keine konkrete Idee, worüber ich schreiben könnte, andererseits war ich auch einfach nicht so motiviert, einen ganzen Blogbeitrag zu schreiben. Aber vergessen habe ich den Blog nicht und will auch in Zukunft ab und zu schreiben, wenn es etwas Interessantes zu erzählen gibt.

In der Zeit vor Weihnachten war hier in Sylvia-koti viel zu tun, zum Beispiel fanden verschiedene Proben für Theaterstücke statt. Ich selber habe mit zwei Mitfreiwilligen bei der Weihnachtsaufführung der Schule bei der musikalischen Begleitung mitgeholfen und hatte dabei auch noch einen kurzen, recht improvisierten Auftritt als Wichtel.

Kurz vor Heiligabend habe ich noch Oulu einen kurzen Besuch abgestattet, ich bin nämlich als Begleitperson die acht Stunden im Bus hoch in den Norden gefahren. Die paar Stunden, die ich dort verbracht habe, waren aber zu kurz, um wirklich die Stadt zu sehen. Aber immerhin hat es dort ein bisschen geschneit.

An Heiligabend war ich zum Abendessen in ‚meinem‘ Haus, besonders groß  gefeiert wurde dort allerdings nicht. Es gab natürlich das gemeinsame Weihnachtsessen und hinterher wurden Geschenke ausgepackt. Aber die meisten Jugendlichen waren Zuhause bei ihren Familien, deshalb war einfach nicht so viel Leben im Haus und es war ungewöhnlich still.

Hinterher haben wir im Freiwilligenhaus zusammen Weihnachten gefeiert. Zuerst mussten natürlich ein paar Weihnachtslieder gesungen werden, im Hintergrund war immer mal wieder das Piepen des Feuermelders zu hören, dessen Batterie wohl nachließ …
Geschenke gab es natürlich auch, wir hatten Anfang Dezember Wichtel ausgelost, so dass jeder etwas bekommen hat. Und ich durfte mich auch über Geschenke von Zuhause freuen 🙂

Sylvester haben wir auch wieder zusammen gefeiert, ein paar Gäste aus Deutschland waren auch mit dabei. Mir ging’s an dem Tag leider nicht so gut und ich habe die meiste Zeit über das Bett gehütet. Aber zwischendurch war ich zum gemeinsamen Abendessen und obligatorischen ‚Dinner for One‘-Gucken dabei und gegen Mitternacht auch mit draußen und trotz Krankheit war es für mich ein schöner Abend.

Kurz nach Neujahr fiel dann endlich der erhoffte Schnee, anfangs zwar nur recht wenig, dafür wurden wir mit Temperaturen von teilweise tagsüber -25°C beglückt. Und was soll ich sagen – irgendwie gewöhnt man sich an die Kälte, die passende Bekleidung vorausgesetzt. Mütze, Handschuhe und Schal lässt man nicht so einfach aus Bequemlichkeit im Haus liegen, wenn man nicht gerade einen wirklich kurzen Weg vor sich hat. Zwischenzeitlich war es wieder deutlich wärmer (also ca. -10°C), was tatsächlich sehr angenehm erscheint, wenn man den direkten Vergleich hat.

Neulich hat es noch einmal mehr geschneit, so dass jetzt immerhin 15cm Schnee liegen. Könnte zwar meiner Meinung nach gerne noch mehr werden, aber für’s Erste bin ich damit schon ganz zufrieden.

Der Sportplatz auf dem Gelände wurde mittlerweile in eine Eisfläche verwandelt, auf der wir Freiwilligen ab und zu Eislaufen üben. Natürlich nur, wenn keine Finnen in der Nähe sind, die sehen könnten, was für Anfänger die meisten von uns noch sind 😉

Der Alltag hat sich nach den Ferien schon wieder soweit eingespielt und viel Außergewöhnliches passiert momentan nicht, die Arbeit geht ganz normal weiter und mein Leben hier ebenfalls. Halbzeit habe ich übrigens auch fast. Ging irgendwie ziemlich schnell, gerade die letzten zwei Monate. Aber insgesamt bin ich ziemlich zufrieden mit der Zeit, die ich bisher hier verbracht habe, bloß hatte ich die Hoffnung, mein Finnisch wäre zur Hälfte des Jahres ein ganzes Stück besser, als es tatsächlich ist.

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen und wünsche euch viel Glück und Erfolg in den kommenden Monaten!

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Tallinna

Als wir am letzten Mittwoch in aller Frühe das Haus verlassen haben und uns auf den Weg zur Bushaltestelle gemacht haben, war es draußen noch stockdunkel und wir wurden unterwegs von Nieselregen begeleitet.
Da wir sicherheitshalber einen Bus früher für die Fahrt in die Stadt genommen hatten, haben wir im Bahnhofsgebäude noch einige Zeit gewartet, bis unser Fernbus Richtung Helsinki angekommen ist.

In Helsinki eingetroffen mussten wir zunächst wieder ein wenig warten, was aber recht angenehm ist, wenn man die Zeit in einem netten Café verbringt. Nach etwa einer Stunde haben wir uns zu Fuß auf den Weg zur Anlegestelle unserer Fähre gemacht und standen dort erstmal vor der Herausforderung, den Check-in zu überleben. Es fahren doch ziemlich viele Leute mitten in der Woche nach Tallinn! Aber da wir ausreichend viele Personen waren, konnte sich an jeder Schlange eine von uns anstellen, so dass wir einigermaßen zügig durchgekommen sind.

Das Boarding hatte schon begonnen, also sind wir der Masse gefolgt und durften feststellen, dass Drängeln und Körpernähe dabei offenbar niemanden sonderlich stören. Aber schließlich hatten wir es auf die Fähre geschafft und wurden erstmal von einem Weihnachtsmann begrüßt, woraufhin wir lieber schnell weitergegangen sind (obwohl es bestimmt nett gemeint war, dass da ein Weihnachtsmann stand).

Zuerst haben wir einige Zeit auf dem ‚Sonnendeck‘ verbracht und uns den Hafen aus dieser Perspektive angeschaut.

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Ein Blick auf’s Sonnendeck, wer die Sonne findet, kriegt von mir ein Bonbon 😉

Nach dem Ablegen sind wir noch eine Zeit lang dort geblieben, bis und irgendwann kalt war, und nass waren wir bis dahin sowieso. Leider gab es auf der Fähre nicht sonderlich viele freie Sitzplätze, so dass wir uns irgendwann einfach in einen ruhigeren Flur gesetzt haben.

Wir waren alle ganz froh, als die Fähre nach zweieinhalb Stunden endlich angelegt hat und wir estnischen Boden betreten konnten. Der Weg vom Hafen in die Altstadt war zum Glück auch schnell gefunden, so dass wir die Zeit direkt nutzen konnten.

Auf dem Weihnachtsmarkt angekommen, haben wir uns dazu entschlossen, uns aufzuteilen, damit jeder die Stunden für sich selbst am besten nutzen konnte.

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Ich bin daraufhin mit Lena losgezogen, ohne genauen Plan, wohin es gehen soll, aber in der Altstadt gibt es genug zu entdecken, so dass wir einfach mal der Nase nach gegangen sind. Zwischendurch haben sich leider die Batterien meiner Kamera verabschiedet, was mich in eine akute mentale Krise gestürzt hat 😉 Nachdem wir einige Zeit darauf verwendet haben, einen Supermarkt zu suchen, aber leider nicht fündig geworden sind, habe ich letztlich an einem Kiosk Batterien gekauft. Zwei Stück für 3,20€ und folglich die wahrscheinlich teuersten Batterien, die ich je gekauft habe. Aber dann konnte ich wenigstens wieder fotografieren.

Die restliche Zeit haben wir für eine ausgiebige Fototour genutzt, das einzige Problem, das blieb, war der anhaltende Nieselregen. Mit Wassertröpfchen auf der Linse gestaltet sich das Fotografieren schon schwieriger, und Abtrocknen hat auch nur für wenige Sekunden etwas gebracht. Trotzdem sind einige gute Bilder entstanden (und auch ein paar, die nicht perfekt, aber trotzdem ganz hübsch geworden sind).

Schließlich wurde es aber wieder Zeit, zurück zum Hafen zu laufen und die Rückfahrt anzutreten. Im Gegensatz zur Hinfahrt war diesmal der Seegang recht ruhig, so dass die Fahrt ziemlich entspannt verlief. Beim Verlassen der Fähre mussten wir uns dann zwischen Alkohol transportierenden Finnen durchschlängeln (der Alkohol ist in Estland nun mal wesentlich billiger) und den Weg zurück zum Busbahnhof finden, aber da der Weg nicht sonderlich kompliziert war, lief das ziemlich zügig und unterwegs konnten wir noch die mit Lichtern geschmückte Innenstadt bewundern.

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Auch wenn wir nicht viel Zeit in Tallinn hatten und das Wetter nicht  optimal für einen Besuch war, hat mir der Tag insgesamt sehr gut gefallen. Die Stadt war auf jeden Fall einen Ausflug wert, und vielleicht schaffe ich es ja, im Frühjahr oder Sommer nochmal zu kommen, wenn ich mehr Zeit habe und das Wetter besser ist 🙂

Leise rieselt der Schnee

Ich hatte ehrlich gesagt nach den ganzen Prognosen von einem warmen Winter nicht damit gerechnet, dass es im November noch schneit, durfte aber heute feststellen, dass ich mich in dieser Sache glücklicherweise geirrt habe 🙂
Ob der Schnee die nächsten Tage über allerdings liegen bleibt, ist noch fraglich, denn die Temperaturen gehen immer noch selten niedriger als 0°C.

Aber gefreut habe ich mich trotzdem unglaublich, wenn es nach mir geht, darf es ruhig noch mehr schneien 🙂